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„Freiheit ist keine Selbstverständlichkeit“ sagt Leslie Mandoki zum Abschluss jedes dieser drei unvergesslichen Man Doki Soulmates Konzerte in Paris (1.3.), London (3.3.) und zuletzt am 6.3. in Berlin zu einem restlos begeisterten Publikum. Diese drei einzigartigen Konzerte unter dem Motto „Wings of Freedom“ waren jeweils über drei Stunden geballte Musikkunst vom Feinsten.

Mandoki, der als kleiner 3 Jähriger Junge in Budapest auf den Schultern seines Vaters den Anfang des Studentenaufstandes von 1956 gegen die kommunistische Diktatur erlebte und später als junger Musiker die Zensur und Unfreiheit hinter dem Eisernen Vorhang erfuhr, war 1975 in den Westen geflohen. „Träume nicht dein Leben – lebe deinen Traum!“ hatte ihm sein Vater am Sterbebett mit auf den Weg gegeben.

Vor rund 25 Jahren folgte Leslie Mandoki seiner buchstäblich phantastischen Vision. Er lud die Größen des Rock und Jazz in sein Studio, um mit ihnen gemeinsam ein Album mit seinen eigenen Songs aufzunehmen und anschließend ein Konzert in seiner Geburtsstadt Budapest zu spielen. Es war ein Tribut an die Menschen, die in Unfreiheit, Unterdrückung und mit Zensur leben mussten. Musik als Brückenschlag zwischen den Kulturen. Das war der Beginn der Man Doki Soulmates. Inzwischen haben sie viele gemeinsame Alben mit eigenen Songs aufgenommen und zahllose unvergessliche Live-Konzerte gespielt.

Wings of Freedom steht nicht nur für grenzenlose Musikalität der Soulmates Protagonisten, sondern die „musikalische Wertegemeinschaft“, wie Mandoki seine Soulmates nennt, hat auch eine gesellschaftspolitische Botschaft.

„In Zeiten von Echokammern, Filterblasen und alternativen Fakten reklamieren wir Musiker und Freidenker nicht die allein objektive Wahrheit für uns, sondern versuchen einfach authentisch und ehrlich zu sein.“ so Mandoki.
“Wir treten ein für gemeinsame europäische Werte. Für freie Menschen in einem freien Europa. Ein freies Europa, das nach der Öffnung des Eisernen Vorhangs zusammenwachsen konnte.“

Leslie Mandoki kennt beide Seiten des Eisernen Vorhangs und sagt heute „Als Deutscher bin ich dankbar und glücklich für den historischen Moment, als die Berliner Mauer auf friedliche Art fiel. Und als gebürtiger Budapester freue ich mich, dass es ausgerechnet die Ungarn waren, die damals ihre Grenzen öffneten und damit den Eisernen Vorhang zum Einsturz brachten. Und daher ist es mir ein Bedürfnis, in Europa Brücken zu bauen, wo auch immer Risse auftreten.“

Bei den Wings of Freedom Konzerten standen gemeinsam mit Leslie Mandoki auf der Bühne seine Soulmates Chris Thompson (Manfred Mann´s Earth Band), Bobby Kimball (Toto), Nick van Eede (Cutting Crew), Al di Meola, Ian Anderson (Jethro Tull), Tony Carey (Rainbow), Randy Brecker, Bill Evans (Miles Davis Band), David Clayton-Thomas (Blood Sweat & Tears), John Helliwell (Supertramp), Till Brönner, Klaus Doldinger und als jüngster „Soulmate“ Cory Henry (Snarky Puppy).

Es sind großartige Musik-Momente, wenn sich Startrompeter Till Brönner mit seinem großen Vorbild der Welt-Trompeten Legende Randy Brecker duelliert, oder Improvisationsgenie Bill Evans mit seinem Sopransaxofon und John Helliwell (Supertramp) mit der Klarinette ihre Klangbilder malen. Jazz-Gitarrenlegende Al di Meola setzt zudem weitere Glanzpunkte. Generationen von Großmeistern stehen da gemeinsam auf der Bühne. Vom 80-jährigen deutschen Jazz-Papst Klaus Doldinger bis zum Soulmates-Küken Cory Henry, der in Paris mit der Band seinen 30. Geburtstag feierte.

Letzterer riss das Publikum mit seiner 4min Introduktion für Tony Carey’s Deep Purple Klassiker „Smoke on the Water“ regelrecht von den Sitzen. Er pulverisierte Klischee-Grenzen zwischen klassischer Orgelkunst und gleichermaßen virtuosem, grenzenlosem Kreativspiel. Nicht kategorisierbar, modern und atemberaubend.

In London begeisterte Gründungsmitglied Ian Anderson seineszeichens Gründer und Kopf von Jethro Tull mit seinem unverwechselbaren Flötenspiel. In einem langen Solo gemeinsam mit Leslie Mandoki ließen beide mit ihrem „Back To Budapest“ noch einmal die Momente des ersten gemeinsamen Konzertes vor über 25 Jahren aufleben.

Die Soulmates stehen mit ihrer Musik nicht nur für Virtuosität, sondern vor allem für handgemachte Musikkunst, oder wie Leslie Mandoki es beschreibt: „Auch in Zeiten von Twitter, social media und Kurznachrichten auf dem Smartphone ist Musik für uns immer noch wie ein mit Füller auf Papier geschriebener Liebesbrief.“

Abgerundet wurden die Konzerte auch durch bemerkenswerte Bildprojektionen zum Teil auch von Werke des Malers Peter Mandoki: Sie alle thematisierten die Botschaft, die Mandoki auch in seinen Ansagen ausspricht: Wings of Freedom.
“Für Freiheit in einem friedlichen Europa mit gemeinsamen Werten wie Freiheit der Meinung, der Presse, der Religion. Keine Toleranz gegenüber Intoleranz.“ Und Mandoki weiter: „Wir müssen nach wegen suchen, wie wir unseren nachfolgenden generationen eine bessere Welt hinterlassen können“. Und er weiss wovon er spricht, wenn er mahnt: “Freiheit ist keine Selbstverständlichkeit.“